Das Leben mit seinen Facetten

Momentan bin auf den Spuren des bewussten Seins.
Naja, momentan stimmt auch wieder nicht.
Bewusstsein, das Leben an sich und die Art wie wir denken und handeln, hat mich schon immer fasziniert. Auch haben mich die mystischen Bereiche begeistert und ich wollte verstehen lernen, wie wir so mit dem Universum zusammenhängen.

Gestern habe ich eine neue Entdeckung gemacht von der ich immer glaubte, sie stehe nur mit mir im Zusammenhang. Dem ist aber nicht so. Es ist immer ein Zusammenspiel aller beteiligten Personen, auch wenn sie sich nicht in einem Raum befinden.

Früher ging es mir oft so, dass ich nach einer langen Arbeitswoche an meinem Friseurstuhl am Samstagabend am liebsten zu Hause geblieben wäre. Gemütlich auf der Couch bei einem Glas Wein im Kerzenschein mit einem guten Film auf der Fernseher – Leinwand. Leider waren wir mal wieder, wie so oft am Samstagabend mit Freunden verabredet. Naja, sie haben ja auch ein Anrecht darauf ihre besten Freunde am Wochenende zu treffen. Schon am Nachmittag beschlich mich das Gefühl – tief in mir – ich mag da gar nicht hin. Natürlich habe ich dieses Gefühl immer auf mich bezogen und auf meine lange Arbeitswoche und das starke Bedürfnis nach Ruhe und Zurückgezogenheit.
Nie im Traum wäre ich darauf gekommen, dass auch der andere – in dem Fall unsere Freunde auch daran beteiligt sein könnten.
Warum sollten sie auch keine Lust auf uns haben? Sie haben uns ja schließlich eingeladen!

Dieses Wochenende habe ich eine neue Entdeckung und einen neuen Zusammenhang festgestellt.
Ich war mal wieder bei Freunden eingeladen. Es war am Nachmittag zum Kaffee. Wieder einmal beschlich mich das Gefühl – ach, ich mag lieber zu Hause bleiben. Dabei hatte ich keinen anstrengenden Tag hinter mir. Im Gegenteil. Ich bin gerade aus dem Urlaub gekommen, hatte einen relaxten Vormittag und freute mich auf meine Verabredung.
Was war es nun, was mich in diese Phase brachte zu sagen: “ Ach, ich habe irgendwie keine Lust?“
Eine alte Stimme aus vergangenen Tagen in mir?
Ich wußte, wenn ich da bin, wird diese Stimmung verflogen sein und ich werde einen schönen Nachmittag haben. Also gedacht – getan. Ab in die Dusche, in ein paar schicke Sachen, ins Auto und los.

Als ich bei meinen Freunden ankam, musste ich feststellen, dass ich gar nicht erwartet wurde. Dennoch war die Freude groß als ich da war. Ich war verwundert und sagte: „Wir haben uns doch verabredet. Ich habe es mir extra in den Kalender eingetragen und der Termin stand für mich fest.“
Meine Freunde versicherten mir: „Du wolltest anrufen, wenn Du aus dem urlaub zurück bist, Wir haben gedacht Du kommst nicht und versetzt uns.“
Nun war ich verwundert. Denn das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm.
Doch danach wurde mir auf einmal alles klar.
Mein Unlust war nicht ein Teil einer alten Erinnerung in mir. Wie schon erwähnt, früher ging es mir am Wochenende reihenweise so, denn ich war Samstagabends chronisch überarbeitet und müde.
Dieses Mal war es eine Empfindung, die schon längst in meinem Raum war, welche ich nur nicht richtig zu deuten wußte und welche ich erst 2 Stunden vorher wahrnahm. Ich wurde nämlich auf Grund des Missverständnisses nicht erwartet.
Im Fazit musste ich feststellen: Hätte ich den Termin sausen lassen auf Grund meines Gefühls, wäre es nicht einmal aufgefallen – im Gegenteil – es wäre sogar ok gewesen. Ich wurde ja nicht erwartet.

Das witzig an solchen Erlebnissen ist leider immer, dass man die Wahrheit immer erst im Nachhinein erfährt, wie bei so vielen Dingen im Leben.
Doch das Universum hat mal wieder ganze Arbeit geleistet, auch wenn ich es in dem Moment nicht verstehen konnte.

Herzlichst Eure Heike Reuschner